Wetterkapriolen und mehr

Na, da hat  uns Petrus mal wieder gezeigt, was er so draufhat! Die ganze Vielfalt in den letzten Tagen: Von nur-einen-Hauch-  Nieselregen über Wolkenbruch, Megagewitter mit Hagelkörnern wie Taubeneier bis hin zum Tornado – alles drin! Bei den einen dürsten die Felder immer noch und warten sehnsüchtig auf den nächsten Schauer, während andere starke Hagelschäden besonders in Raps, Mais und Rüben zu beklagen haben. Aber so ist das Leben. Immerhin – die große Mehrheit hat wahrscheinlich soviel Regen (ohne verheerenden Hagel) abbekommen, dass es bis zum nächsten Mal reicht. -Aber dann bitte etwas sanfter, Petrus!

Ansonsten geht das Wachstum auf den Feldern flott voran: Der Winterweizen hat mit dem Ährenschieben begonnen (vermutlich so früh wie noch nie!), die Gerste blüht und der Raps hat schon fast abgeblüht. In der kommenden Woche werden wir uns pflanzenschutz- und auch düngungsmäßig, sofern die letzte N-Gabe  noch nicht erfolgt ist, auf den Weizen konzentrieren. Die Abschlussbehandlungen gegen Septoria, Roste, Mehltau und eventuell Fusariosen stehen in der kommenden und drauffolgenden Woche an. Zur Zeit ist der Befallsdruck allgemein noch gering. Infektionen mit Septoria tritici können in Regionen mit stärkeren Niederschlägen in der letzten Zeit erfolgt sein und bei unbeständigem Wetter auch noch weiter erfolgen. Braunrost hält sich im Weizen immer noch auf ganz schwachem Niveau, kann sich aber bei günstigem Rostwetter noch zu einem ertragsmindernden Faktor entwickeln. Ausgangspotential für Septoria nodorum ist kaum vorhanden, so dass hier auch in diesem Jahr wahrscheinlich maximal schwache Infektionen zu erwarten sind. Mehltau hat in anfälligen Sorten nach wie vor Bedeutung. Wichtig ist auch, den Befall mit Ährenmehltau zu verhindern. Und ob sich Ährenfusarium entwickeln kann, hängt entscheidend von der Witterung in den kommenden zwei bis drei Wochen ab. Deshalb bitte aufmerksam die Hinweise  und Warnungen der amtlichen Dienste verfolgen!
Tierchen im Weizen machen bisher ebenfalls wenig Probleme: Sowohl Blattläuse als auch Getreidehähnchen sind zur Zeit nur sehr schwach vorhanden. Aber im Auge behalten – sie können sich durchaus noch entwickeln!

Im Roggen entwickelt sich der Braunrost zur Zeit deutlich stärker als im Weizen – aber hier sind entsprechende Behandlungen in der Regel ja bereits erfolgt. Und in der Triticale (Sorte Grenado) ist örtlich bereits deutlicher Gelbrostbefall auszumachen. Da die Witterung für die Entwicklung von Gelbrost günstig ist, sollten befallene Schläge unbedingt behandelt werden.

Im Mais dürften sich die Unkrautbehandlungen in der Abschlussphase befinden. Und bei den Zuckerrüben treten erste Schädlinge (Wanzen, Blattläuse, Rübenfliege, Schattenwickler) in teilweise bekämpfungswürdigem Umfang auf.

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