Nochmal zur Wintergerste

Schon wieder ist ein ganzer Monat vergangen! Die Zeit rast – es ist einfach unglaublich! Auch wenn die ersten Betriebe inzwischen mit der Wintergerstenernte fertig sind, will ich zuerst mal noch ein paar Bemerkungen zum vorangegangenen Artikel – Lager in der Gerste ohne Regen – machen. Das war nämlich erst die halbe Wahrheit. Also ergänze ich mal:

Bis Ende April war es bei uns nass und relativ kühl. Anfang Mai kam dann plötzlich der Umschwung. Es wurde warm und trocken und das Getreide, das über den feuchten Boden ja bestens mit Wasser und Nährstoffen versorgt war, begann zu wachsen wie ein Weltmeister. Durch diese schnelle Entwicklung blieb das Zellgewebe natürlich relativ weich. Wenn dann zusätzlich noch wenig Wachstumsregler eingesetzt worden war (oder nur Medax Top oder nur Moddus ohne Kombination mit Camposan), konnte es passieren, dass sich die Gerste in diesem Jahr nesterweise schon ohne Regen hinlegte. War Camposan in der Wachstumsreglermischung beteiligt , gab es so gut wie kein Lager – was zum Glück bei den meisten Landwirten der Fall war – So war das. Aber das ist jetzt Geschichte. Ein gut Teil der Gerste ist inzwischen gedroschen. Die Erträge schwanken aufgrund der Trockenheit wie selten vorher – von 40 bis über 100 dt/ha. Auf den leichten Böden wird bei erwartungsgemäß niedrigen Erträgen sehr kleines Korn geerntet, das sich nur schwer entgrannen läss. Das Hektolitergewicht liegt hier auch nur zwischen 59 und 62. Auf den Böden ab 50 Bodenpunkte scheint die Gerste so gut wie nicht unter der Trockenheit gelitten zu haben, obwohl sie auch hier deutlich früher abgereift ist. Die Erträge sind hoch bis sehr hoch, und die Hektolitergewichte sind in Ordnung. Das lässt uns für den Rest der Ernte hoffen… Von den Sorten sticht wie schon in den letzten Jahren wieder einmal die LOMERIT heraus. Sie ist auch mit den schwierigen Bedingungen dieses Jahres am besten zurecht gekommen. Auch von der MERLOT hört man dieses Jahr wieder einiges Gutes, nachdem sie im vorigen Jahr nicht so rosig abschnitt.

Jetzt hat natürlich pünktlich zur Ernte das Regenwetter bei uns eingesetzt, auf das wir seit Mai vergeblich gewartet haben. Mal schauen, wann es weitergeht. Zur Zeit ist erstmal Pause.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.