Neues vom Acker

Bei 25 °C und Sonnenschein lässt sich’s gut leben. Bisher wurden wir netterweise von Unwettern verschont. Wenn Petrus es weiter gut mit uns meint, schickt er uns in den nächsten Tagen auch mal etwas Regen, damit die leichteren Standorte nicht gleich wieder dursten müssen. – Dann ist die Welt schon in Ordnung.
Die Getreide- und Rapsbestände haben sich allgemein gut entwickelt. Trotz aller Wetterkapriolen in diesem Anbaujahr rechnen wir 3 Wochen vor Erntebeginn im Beratungsgebiet mit einer guten Wintergerstenernte und einer durchschnittlichen Raps- und Weizenernte.

Und hier die neuesten Nachrichten vom Acker:

Raps:
Stängelsymptome von Sklerotinia am Raps  
Trotz der Trockenheit im April werden jetzt auf etlichen unbehandelten Rapsschlägen Spätinfektionen von Sclerotinia sclerotiorum ( Weißstängeligkeit )sichtbar, die sich teilweise sogar ertragsmindernd auswirken können. Die Regenperiode nach dem 7. Mai führte wahrscheinlich zu einem verstärkten Auflaufen der Apothezien und zu einer schnellen Sporenkeimung, so dass die Infektionen für spät abblühende Sorten wie zB. Oase leider noch zur „rechten Zeit“ kamen. Das Foto oben zeigt Stängelbefall mit Sclerotinia und Sklerotien auf der Außenhaut – eher untypisch für Spätinfektionen.
Sclerotinia am Raps ( Symptome an Verzweigung des Stängels )  
Sklerotiniabefall an der Stängelverzweigung
Blattsymptome und Pilzmyzel von Sclerotinia am Raps (Spätinfektionen)  
Pilzmyzel von Sclerotinia sclerotiorum am abgestorbenen Blattgewebe
Larven der Kohlschotenmücke
Wie jedes Jahr findet man um diese Zeit vor allem im Randbereich der Rapsschläge einzelne gelbe und z.T. auch schon aufgeplatzte Schoten. Nach dem Öffnen werden in der Schote viele kleine weißlich-gelbliche Larven sichtbar – die Larven der Kohlschotenmücke. Befindet sich nur eine, etwas größere Larve in der Schote, handelt es sich um den Kohlschotenrüssler. Aber der war in diesem Jahr sehr selten.

Rüben:
Herbizidschaden in Zuckerrüben durch Sulfonylharnstoffe
Alle Jahre wieder zeigt sich der Mensch als größter Feind der Rübe. Früher war’s die Hacke – und jetzt ist es meist die Spritze. Die beiden Fotos zeigen Schäden durch Verunreinigung mit Sulfonylharnstoffen aus dem Getreide. Schon Spuren, winzige Reste von Concert oder Monitor u. a. (z. B. wenn die Spritze nicht gründlich genug gereinigt wird) reichen aus, um die Rüben stark zu schädigen!
Herbizidschaden in Zuckerrüben durch Sulfonylharnstoffe
 
Getreide:
Wintergerste - Blätter durch Zwergrost abgestorben  
So sieht Wintergerste (Sorte Lomerit) derzeit aus, wenn sie nicht mit Fungiziden behandelt wurde. Die Blätter sind wegen Befall mit Zwergrost abgestorben.
Zur Zeit findet man in unbehandelten Parzellen und auch in einigen Feldbeständen wieder Ramularia collo-cygni. Diese Krankheit wird sich jetzt erfahrungsgemäß schnell ausbreiten. Aufgrund der fortgeschrittenen Entwicklung der Gerste wird sich der Befall aber nicht mehr negativ auf den Ertrag auswirken.
Ackerfuchsschwanz in Wintergerste  
Ein zunehmendes Problem: Die Verungrasung des Getreides! Hier Ackerfuchsschwanz in der Wintergerste
Weidelgras in Wintergerste
Mindestens ebenso gefährlich: Weidelgras in der Wintergerste
Symptome des Gelbverzwergungsvirus am Weizen
Derzeitiges Erscheinungsbild der Gerstengelbverzwergung im Weizen (Frühsaat, keine Blattlausbekämpfung im Herbst). Die Ertragseinbußen werden in diesen Fällen erheblich sein.
Symptome des Gelbverzwergungsvirus am Weizen
Symptome des Gelbverzwergungsvirus im Weizen: schmale Ähren und rötlich-gelbliche Blattspitzen
Getreideblattläuse auf dem Fahnenblatt des Weizens
Das sind sie, die Getreideblattläuse: Zur Zeit haben sie begonnen, die Weizenähren zu besiedeln – noch relativ schwach, aber dennoch mit zunehmender Tendenz. Behalten Sie die Biester im Auge, sie haben in diesem Jahr schon genug Dummheiten gemacht.
 
 
 

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