Mitte April 2007 – wie sieht’s auf dem Acker aus?

Wir haben Mitte April, und der Raps befindet sich in der
Vollblüte, die Gerste schiebt das Fahnenblatt und der
frühe Weizen bewegt sich bereits über das Stadium
EC 32 hinaus! Alles inzwischen gut 3 Wochen früher
als gewöhnlich, und eine Verlangsamung des Wachstums
ist nicht abzusehen, weil die Apriltemperaturen wie auch
die Monatsmitteltemperaturen der vergangenen Monate ein
ganzes Ende über dem langjährigen Durchschnitt
liegen. Dazu ist es trocken, was die generative Entwicklung
der Pflanzen eher beschleunigt als bremst.

Auch die Zuckerrüben sind inzwischen alle im Boden
und zu einem gut Teil bereits aufgelaufen. Man darf gespannt
sein, wie sich dieses ungewöhnliche Jahr weiterentwickelt!

Raps:

  • Ein großer Teil der Rapsbestände befindet
    sich bereits in der Vollblüte. Obwohl die Apothezien
    des Sclerotinia-Pilzes aufgrund der Trockenheit und der
    vorangegangenen Kälteperiode bisher nur vereinzelt
    aufgelaufen sind, sollte man sich langsam Gedanken um
    die Blütenbehandlung machen. Wer selbst spritzt,
    kann eventuell noch abwarten und das Wetter weiter beobachten.
    Bei länger anhaltender Trockenheit könnte es
    sein, dass die früh blühenden Bestände
    von Infektionen verschont bleiben. Jedoch verlassen darf
    man sich darauf nicht, da bei Wetterumschlag auf feucht
    sich sehr schnell Infektionen aufbauen können.
  • Bei der Blütenspritzung auch an Bor und Bittersalz
    und wenn möglich auch an eine Zugabe von 30 l/ha
    AHL denken! Bei trockener Witterung besonders wichtig!
  • Kohlschotenrüßler findet man derzeit noch
    sehr selten.
  • Die Rapsglanzkäfer, die in den letzten Tagen zugeflogen
    sind, machen in der Regel keinen Schaden mehr, da sie
    in die offenen Blüten fliegen und nicht mehr an den
    Knospen nagen.

Weizen:

  • Die weiten Weizen haben bereits Entwicklungsstadium
    EC 32 (2. Halmknoten) überschritten. Die spätesten
    Rüben- und Maisweizen erreichen jetzt EC 31 (1. Halmknoten).
  • Halmbruchinfektionen sind in diesem
    Jahr aufgrund der milden Winterwitterung stark
    erfolgt und weiterhin bekämpfungswürdig
    .
    Septoria tritici, Rost und Mehltau stagnieren
    aufgrund der Trockenheit. Vereinzelt findet man bei stark
    anfälligen Sorten Mehltau am Stängel und an
    den unteren Blättern.
  • Blattläuse vermehren sich bei
    dieser sommerlichen Witterung sehr schnell. Da sie dieses
    Jahr zu einem großen Teil das Gelbverzwergungsvirus
    in sich tragen, ist hier besondere Obacht notwendig. Aufgrund
    des hohen Infektionsrisikos liegt der derzeitige Bekämpfungsrichtwert
    bei 10% befallener Pflanzen! Das heißt,
    dass eine Laus auf jeder 10. Weizen- oder Gerstenpflanze
    schon ausreicht, um Schaden zu machen!
  • Virusnester der Gerstengelbverzwergung
    im frühen Winterweizen.
    Wer im letzten
    Herbst nicht gegen Blattläuse gespritzt hat,
    hat jetzt oft so starken Virusbefall, daß
    der Weizen umbruchwürdig ist!

Wintergerste:

  • Viele Wintergerstenbestände erreichen in diesen
    Tagen bereits das Stadium EC 37 bis 39 (Fahnenblattstadium).
    Das ist der optimale Termin für Einmalbehandlungen
    (Fungizid + Einkürzung). Hochertragsgersten auf Intensivstandorten
    haben meist bereits eine Einkürzung erhalten und
    werden vor Beginn des Ährenschiebens ein zweites
    Mal eingekürzt. Aufgrund des frühen Zeitpunktes
    ist es ratsam, die Fungizidgabe zu splitten und einen
    Teil auf die Ähre zu geben, sobald sie zum überwiegenden
    Teil geschoben ist.
  • Dieses Jahr besonders auf Netzflecken und Rost
    achten!
  • Bei Blattläusen gilt dasselbe
    wie beim Winterweizen!!!!

Zuckerrüben:

  • Die Zuckerrüben sind im Boden und laufen jetzt
    auf.

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