Zusammenfassung 2014 – ein selten gutes Jahr!

Im Gegensatz zum letzten Jahr fiel der Winter 2013/2014 sehr mild aus. Lediglich Ende Januar/Anfang Februar 2014 kam es durch eine kurze, aber ziemlich heftige Frostperiode zu Schäden insbesondere bei weitentwickelten Weizen-Frühsaaten. Insgesamt hielt sich das Ausmaß  aber in Grenzen, zumal der Vegetationsverlauf die weitere Entwicklung begünstigte. Während der Vegetationsbeginn 2013 erst Anfang April lag, begann das Wachstum dieses Jahr schon Anfang März. Die Monate Februar, März und April waren überdurchschnittlich warm (ca. jeweils + 3 ° über dem langjährigen Durchschnitt), und eine Frühjahrstrockenheit blieb aus. Das begünstigte Wachstum und Entwicklung aller Kulturen. Der Raps hatte dann auch schon am 25. April und damit ca. 3 Wochen vor dem langjährig durchschnittlichen Termin, die Vollblüte erreicht.

Winterraps am 17. April 2014

Winterraps am 17. April 2014

Mai und Juni lagen temperatur- und niederschlagsmäßig im langjährigen Mittel. Die Wachstumsbedingungen für die Feldkulturen waren weiterhin günstig. Im Juli setzte eine hochsommerliche Witterung ein, die zu einer frühen Ernte führte. Die Erträge waren allgemein hoch bis sehr hoch. Allerdings befanden sich die Preise für die Ernteprodukte bereits wieder im Sinkflug , lagen aber noch im akzeptablen Bereich, so dass aufgrund der hohen Erträge gute bis sehr gute Betriebsergebnisse erzielt werden konnten.
Allerdings gab es vor allem in Schleswig-Holstein beim Weizen Probleme mit  sehr niedrigen Proteingehalten –  die Abschläge und Einstufung als Futterweizen führten dann zwangsläufig zu sinkenden Erlösen.
An Krankheiten trat nach vielen Jahren erstmals wieder Gelbrost an einigen Weizen- und Triticalesorten auf. Außerdem hatten die starke Herbstentwicklung,  der milde Winter und der zeitige Vegetationsbeginn zu einem allgemein stärkeren Befall mit Halmgrundkrankheiten in früh gesäten Getreidebeständen geführt.

Die Monate September, Oktober und November waren mit 2,5 – 3 ° über dem langjährigen Mittel sehr mild und niederschlagsmäßig optimal für das Auflaufen und die Entwicklung der Wintersaaten. Die oft früh gesäten Getreidebestände entwickelten sich durch diese Witterung allgemein sehr üppig.
Allerdings begünstigte der milde Witterungsverlauf auch die Entwicklung der Blattläuse und das Auftreten des Gelbverzwergungsvirus (BYDV).
Beim Winterraps kam es in vielen Gebieten zu einem sehr starken Befall mit Rapserdfloh und Kleiner Kohlfliege. Durch die Larven der Kohlfliege wurde auf einem Großteil der Schläge die Pfahlwurzel weitgehend zerstört.

 

Larven der Kleinen Kohlfliege an der Rapswurzel

Larven der Kleinen Kohlfliege an der Rapswurzel

abgefressene Rapswurzel durch die Larven der Kleinen Kohlfliege

abgefressene Rapswurzel durch die Larven der Kleinen Kohlfliege

Es ist nur dem günstigen weiteren Witterungsverlauf im Anbaujahr 2014/2015 zu verdanken, dass der Raps sich durch eine verstärkte Seitenwurzelbildung weitgehend regenerieren konnte. Denn mit dem Verbot der Beizmittel aus der Gruppe der Neonikotinoide durch die EU-Kommission – bei Raps erstmals zur diesjährigen Aussaat – gibt es keine direkte  Bekämpfungsmöglichkeit gegen diesen Schädling mehr. Das Verbot hatte ebenfalls zur Folge, dass gegen den Rapserdfloh oftmals  3 Insektizidbehandlungen im Herbst notwendig waren. Wahrscheinlich haben die vielen Insektizidbehandlungen am Ende der Umwelt und den Bienen weitaus mehr geschadet, als  die vergleichsweise winzige Menge Beize am Saatkorn es jemals hätte schaffen können. Fazit:  Solche kurzsichtigen und fachlich völlig unbegründeten Entscheidungen schaden nicht nur der Landwirtschaft, sondern vor allem unserer Umwelt –  und am Ende hat man das Gegenteil von dem erreicht, was man eigentlich bezweckte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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