Was erwartet uns 2019 in der Landwirtschaft?

Erst einmal wünsche ich allen Besuchern meiner Website ein frohes, glückliches und gesundes neues Jahr mit vielen erfüllten Wünschen und Träumen und für alle Landwirte eine spitzenmäßige Ernte 2019 nach den beiden sehr schwierigen Jahren 2017 und 2018.

Ein frohes und gesundes Jahr 2019!

Das Trockenjahr 2018 ist nun Geschichte, aber noch lange nicht verdaut. Futterknappheit und finanzielle Engpässe durch die hohen Ertragseinbußen wirken noch lange nach. Das Jahr 2018 war übrigens nicht nur das Wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sondern nach den Daten des DWD für Schwerin auch das zweittrockenste seit 1890 (Trockenstes Jahr war 1892). Dagegen war 2017 das dritt-niederschlagsreichste Jahr nach 2002 und 1994 (DWD, Schwerin). Zwei derart extreme Jahre hintereinander im Kontext mit der globalen Erwärmung zeigen uns inzwischen recht deutlich, dass auf die Landwirtschaft im Zuge des Klimawandels große Herausforderungen zukommen. Es ist inzwischen eine allgemein anerkannte Tatsache, dass mit zunehmender Erwärmung die Wetterextreme stärker werden. Das bedeutet künftig vor allem längere Wärme- und Trockenperioden und längere Nässeperioden. Es hat sich in der Vergangenheit aber sehr oft gezeigt, dass gerade die Jahre mit den starken Wetterextremen die schlechtesten Erntejahre sind (siehe auch mein Beitrag „Wetter und Erträge in Mecklenburg-Vorpommern – eine Analyse“) . Das heißt, dass schlechte Erntejahre künftig wahrscheinlich häufiger werden. Wenn bisher im Durchschnitt jedes vierte bis fünfte Jahr eine schlechte Ernte brachte, wird es in Zukunft vielleicht im Schnitt jedes dritte Jahr einen Ernteeinbruch geben. Besonders gefährdet sind hier die leichteren Standorte. Was das für die Liquidität der Betriebe bedeuten würde, kann sich jeder leicht ausrechnen. Also sind neue Anbautrategien, stresstolerantere Kulturpflanzen und neue Ideen gefragt, um sich an die Bedingungen der Zukunft anzupassen.

Ein weiteres Problemfeld bieten die veränderten politischen Rahmenbedingungen. Neben den Einschränkungen durch die neue Düngeverordnung, die es beispielsweise kaum noch zulassen, schwache oder geschädigte Bestände durch zusätzliche Düngemaßnahmen zu fördern, gibt es gravierende Einschnitte beim Pflanzenschutz. Immer mehr Pflanzenschutzmittel verlieren ihre Zulassung. Und immer weniger bewährte Mittel werden erneut zugelassen, wenn ihre Zulassung ausläuft. Das betrifft in diesem und dem kommenden Jahr insbesondere wichtige Getreide- und Rapsfungizide mit Wirkstoffen wie z.B. Tebuconazol und Metconazol sowie einige Herbizide. Dazu kommt, dass die deutschen Zulassungsbehörden bei Neuzulassungen leider nur im Schneckentempo arbeiten (Ein Audit der EU stellte hier bereits vor einigen Jahren erhebliche Mängel z.B. bei der Fristeinhaltung fest – bisher hat sich allerdings nichts geändert….) , so dass zunehmend weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Das erhöht wiederum die Resistenzgefahr beträchtlich, so dass den Landwirten immer weniger Möglichkeiten bleiben, mit chemischen Mitteln Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge zu bekämpfen. Aber offenbar ist diese Beschränkung politisch gewollt. Die EU hat die Kriterien für die Zulassung von Wirkstoffen als Pflanzenschutzmittel seit Neuestem stark verschärft. So werden neben giftigen oder sich in der Umwelt anreichernden Stoffen auch alle Wirkstoffe ausgeschlossen, für die schon die Möglichkeit einer „hormonellen Wirksamkeit“ auf den menschlichen oder tierischen Organismus ausreicht. Diese Stoffe nennt man endokrine Disruptoren. Sie sind z.B. auch in ca. 30 % aller Kosmetika (!), in Waschmitteln oder Flammschutzmitteln enthalten. Hier gibt es allerdings keine Verbote…… Ein Schelm, der Böses dabei denkt …..

Nun ja, eines ist bereits abzusehen: Die kommenden Jahre werden für die Landwirtschaft nicht einfach werden. Aber machen wir das Beste draus!
Die Bestellung der Wintersaaten ist im Herbst 2018 zumindest trotz großer Trockenheit deutlich besser verlaufen als im extrem nassen Vorjahr. Viele Kuppen, die aufgrund der Trockenheit zunächst kahl blieben, haben sich dank der bisher sehr milden Winterwitterung noch begrünt. Und last not least half die trockene Bestellung auch, die Schäden im Boden, die durch das nasse Jahr 2017 entstanden waren, wieder zu reparieren.

So sieht es Anfang Januar 2019 auf dem Acker aus - alles schön grün :-)

So sieht es Anfang Januar 2019 auf dem Acker aus – alles schön grün 🙂

 

 

Bisher war die Witterung dem Wachstum der Kulturpflanzen förderlich. Hoffen wir, dass es weiter so bleibt.

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