Situation bei Getreide und Raps vor Winter

Nach einem kühlen und sonnenscheinarmen Oktober beginnt der November in ähnlicher Weise – kühl und trübe. Die Winterkulturen stellen langsam ihr Wachstum ein. Die Situation vor Winter ist bei den einzelnen Kulturen sehr differenziert: Während der Winterweizen auf den meisten Standorten trotz der langen Trockenphase im September und demzufolge sehr ungleichmäßig aufgelaufener Bestände fast überall befriedigend bis gut aussieht, ist die Situation bei der Wintergerste problematischer. Aufgrund der Trockenheit im September reichte die Bodenfeuchte nach der Bestellung nur zum Teil zum Keimen der Gerste aus.  Auf vielen Schlägen und besonders auf den Lehmkuppen lief die Gerste daher erst nach dem 10. Oktober auf, als die Böden schon wieder ausreichend durchfeuchtet waren. Der kalte Oktober trug dann dazu bei, dass sich die Gerste nur langsam entwickeln konnte. Deshalb sehen viele Wintergerstenschläge jetzt Anfang November sehr ungleichmäßig aus. Oft befinden sich die Pflanzen erst im 1- bis 2-Blatt-Stadium (siehe Fotos). Damit haben sie in diesem Jahr denkbar ungünstige Voraussetzungen, um gut durch den Winter zu kommen. Auffallend ist zur Zeit auch ein starker Mehltaubefall in vielen Gerstenbeständen. Fungizide sind im Herbst allerdings nicht zugelassen.

Wintergerste Ende Oktober 2016: Verzettelter Auflauf durch die September-Trockenheit.

Wintergerste Ende Oktober 2016: Verzettelter Auflauf durch die September-Trockenheit

Etliche Wintergerstenbestände befinden sich Ende Oktober erst im 1-2-Blatt-Stadium.

Etliche Wintergerstenbestände befinden sich Ende Oktober erst im  1-2-Blatt-Stadium.

 Auf vielen Wintergerstenschlägen zeigt sich jetzt starker Mehltaubefall.

Auf vielen Wintergerstenschlägen zeigt sich jetzt starker Mehltaubefall.

Der Winterraps hat im Allgemeinen Anfang November eine gute Vorwinterentwicklung erreicht. Es gibt kaum überwachsene oder zu schwache Bestände. Der Befall mit Rapserdfloh und Kleiner Kohlfliege war in diesem Herbst gerade noch erträglich. Kohlherniebefall zeigte sich in diesem Jahr schon sehr zeitig. Größere Probleme bereitete allerdings das starke Blattlaus-Auftreten. Doch dazu im folgenden Beitrag mehr.

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