Schlechte Rapsernte 2016 – Was hat dem Raps geschadet?

Die diesjährige Winterrapsernte war eine einzige Enttäuschung. In ganz Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein lagen die Rapserträge ca. 8 bis 12 dt/ha unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Palette reichte beispielsweise auf den guten Böden in Nordwestmecklenburg, wo Erträge von über 40 dt/ha die Regel sind, von „Drusch lohnt nicht“ (also 0 dt/ha) bis maximal knapp über 40 dt/ha (in Ausnahmefällen, wo anbautechnisch alles stimmte). Dazu kommt das relativ niedrige Preisniveau, das den Landwirten zusätzlich zu schaffen macht.
Woran lag es???

Schauen wir uns die diesjährigen Landessortenversuchsergebnisse von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an, müssen wir feststellen, dass die Rapserträge auf allen Standorten von Ost bis West und auch bei den einzelnen Sorten um 7 – 15 dt/ha niedriger ausfallen als in den beiden Vorjahren, auf Auswinterungsstandorten im Nordosten sind die Mindererträge noch deutlich stärker.

Landessortenversuche MV 2016 – Winterrapserträge

Landessortenversuche SH 2016 – Winterrapserträge – Östliches Hügelland

Landessortenversuche SH 2016 – Winterrapserträge – Marsch

Landessortenversuche SH 2016 – Winterrapserträge – Geest

Das lässt vermuten, dass die Witterung in diesem Rapsanbaujahr 2015/16 einen ganz entscheidenden Anteil an den niedrigen Rapserträgen hatte- zumal bei Wintergerste, Winterweizen und Wintertriticale dieselbe Tendenz zu beobachten ist, nur nicht so ausgeprägt.

Das folgende Diagramm zeigt die Monatsdurchschnittstemperaturen und Monatsniederschläge auf dem Standort Schwerin für die Anbaujahre 2013/14, 2014/15 und 2015/16 jeweils von September  bis August des Folgejahres:

2016-08-18 20_33_Temp-NS-2016

 

 

 

Hieran lassen sich einige Ursachen verdeutlichen:

  1. Aufgrund überdurchschnittlich hoher Niederschläge in den Monaten Juli und August 2015 erfolgte die Rapsaussaat häufig unter grenzwertigen Bedingungen. Die oft zu nasse Bestellung hatte in der Folgezeit einen negativen Einfluss auf die Wurzelentwicklung der Rapspflanzen.
  2. Im zu kühlen Oktober stagnierte dann auch die Entwicklung der Rapspflanzen besonders auf den grenzwertig bestellten Flächen.
  3. Rapsschädlinge wie Rapserdfloh und Kleine Kohlfliege hatten  im Herbst 2015 nur örtlich eine größere Bedeutung.
  4. Der November 2015 war mit über 100 mm Niederschlag deutlich zu nass, aber dafür sehr mild. Das Wachstum der oberirdischen Pflanzenmasse wurde durch die ungewöhnlich milden Temperaturen gefördert, aber das Wurzelwachstum blieb aufgrund der hohen Bodenfeuchte weiterhin verhalten. Dennoch hatte es den Anschein, dass sich auch die schwachen Rapsbestände zunehmend erholten.

Fortsetzung folgt in der kommenden Woche!