Rapsglanzkäfer und Schwefelmangel

Eine Hochleistungswoche auf den Feldern ist liegt hinter uns. Alles wächst wie verrückt und der Raps steht bereits kurz vor der Blüte. Ein Glück! Denn in einigen Regionen hat ihm der Rapsglanzkäfer doch mächtig zu schaffen gemacht. Die Wirkung der Spritzungen mit Trebon oder Talstar erwies sich in vielen Fällen als unbefriedigend. Ob und inwieweit hier bereits Resistenzen gegen den Käfer vorliegen, werden die Ergebnisse der Labordiagnosen in der nächsten Woche zeigen. Eine gute Wirkung zeigte bei dieser warmen Witterung das Biscaya. Leider wirkt es sehr langsam – erst nach 48 Stunden hat es seine volle Wirkung erreicht. – Und nach 4 Tagen ist die Dauerwirkung bereits wieder vorbei. Bei anhaltendem Zuflug hieß es also nach spätestens 6 Tagen in den Starkbefallsgebieten  erneut spritzen. Das kann für die Landwirte auf Dauer keine Lösung sein, und für die Umwelt schon gar nicht! Eine deutlich schnellere und bessere Wirkung erreichte man durch die Zugabe von 30 l/ha AHL zum Biscaya. Aber leider wurde die Dauerwirkung dadurch auch nicht verlängert. Hier müssen neue Lösungen gefunden werden. So kann es nicht weitergehen.
Rapsglanzkäfer
Massenhafte Besiedlung der Rapsfelder durch die Rapsglanzkäfer
Rapsglanzkäfer
Rapsglanzkäfer schädigen an den Knospen (Sehr effektiv, diese Tierchen – sie fressen und vermehren sich zugleich 😉 )
 
Wenn man in diesen Tagen durch die Lande fährt, fallen  hier und da Getreideschläge auf, deren frisches Grün mit  hellgrün leuchtenden Flecken durchsetzt ist, wie z.B. der Weizen auf dem Foto unten:
Schwefelmangel im Winterweizen
Hierbei handelt es sich um Schwefelmangel. So stark wie in diesem Jahr war er schon lange nicht mehr zu sehen.
Die Ursache dafür liegt meist im späten Streuen von schwefelhaltigen Düngern zum Getreide und der zeitigen Frühjahrstrockenheit.
Das Getreide braucht ca. 25 kg/ha Schwefel. Und die braucht es sehr zeitig im Frühjahr. Denn ohne ausreichend Schwefel kann die Pflanze den ganzen Stickstoff, den sie bekommen hat, überhaupt nicht verwerten. Sie hungert also und kann sich nicht mehr entwickeln.
Schwefelmangel im Weizen
Weizenpflanzen mit Schwefelmangel
Schlimm ist es, wenn nach dem Streuen von Schwefeldüngern kein Regen mehr fällt. Dann kann die Pflanze ihn nicht aufnehmen und hungert immer weiter. Das kann am Ende richtig viel Ertrag kosten. Deshalb sollte man den Schwefel immer früh als 1a- oder 1b-Gabe streuen, damit er mit Sicherheit bis Anfang April zur Wirkung kommt! Zur Zeit sieht es bei uns in der Region leider so aus, dass auch in den nächsten Tagen kein Regen zu erwarten ist. Es scheint sich tatsächlich wieder so eine Frühjahrstrockenheit wie im letzten Jahr anzubahnen!
Also heißt es für die betroffenen Flächen: Sofern noch kein Schwefel auf dem Acker liegt, Schwefeldünger streuen (z. B. mind. 1 dt/ha SSA oder 1 dt/ha Kieserit), damit er den Pflanzen beim nächsten Regen zur Verfügung steht. Und bis dahin muß den Pflanzen natürlich auch geholfen werden, damit sie nicht ganz und gar verhungern. Das geht bei Trockenheit nur über eine Blattdüngung (z.B. durch ein- bis zweimalige Gaben von 20 kg/ha Bittersalz + 1 kg/ha Mangansulfat oder von jeweils 5 l/ha Lebosol – Schwefel 800).

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