Raps

Nun kommt der Frühling mit Macht und treibt das Wachstum unserer ohnehin sehr weit entwickelten Winterkulturen noch schneller voran. Nährstoffe sind im Boden aufgrund des milden Winters und des üppigen Wachstums kaum noch vorhanden (siehe N- und Smin-Testflächen der LUFA Rostock vom Februar 2007), so dass alle erforderlichen Düngemaßnahmen möglichst schnell erfolgen müssen. Auch die ersten Pflanzenschutzmaßnahmen in Raps und Getreide werden in der kommenden Woche erforderlich sein.

Raps:

Die ersten Rapsbestände haben bereits eine Wuchshöhe von 30 cm erreicht und sind kräftig entwickelt. Aufgrund der hohen Niederschläge im Januar und Februar gibt es aber auch eine ganze Reihe bläulich-rot verfärbter Rapse, die unter stauender Nässe leiden. Doch wenn die Felder jetzt abtrocknen und der Dünger zur Wirkung kommt, wird sich die Situation schnell wieder verbessern. Dann werden sich auch diese Bestände wieder erholen. Allgemein besteht im Raps witterungsbedingt ein sehr hohes Phoma-Risiko. Das sollte durch den schnellstmöglichen Einsatz wirksamer Fungizide noch so weit wie möglich verringert werden. Rapsstängel- und Kohltriebrüssler sind im Beratungsgebiet bisher nur vereinzelt in den Gelbschalen gesehen worden. Das kann sich jedoch bei der anhaltend milden Witterung schnell ändern! Bei der ersten PS-Maßnahme die Bordüngung nicht vergessen! (Achtung! Ultracid ist nicht mit Bor mischbar!!!)
Foto: links Sorte Mendel, rechts anfällige Sorte mit Kohlhernie

Foto: links Sorte Mendel, rechts anfällige Sorte mit Kohlhernie

Kohlherniegeschädigte Bestände (links :die kohlhernieresistente Sorte MENDEL, rechts: anfällige Sorte am 09. 03. 07) brauchen jetzt besonders intensive Pflege und z.B. die gesamte N-Düngung in einer Gabe, damit die geschädigten Wurzeln noch soviel wie möglich Nährstoffe aufnehmen und sich so besser regenerieren können) Getreide: Die frühen Weizen und z.T. auch Wintergerste haben bereits das Stadium 31 erreicht. Für die Nährstoffversorgung gilt für diese Bestände dasselbe wie beim Raps, damit sie nicht zu viele Triebe reduzieren. Insbesondere beim frühen Weizen, der durch den Winter in Mitleidenschaft gezogen wurde, besteht diese Gefahr.
Früher Winterweizen Dekan ohne Auswinterungsschäden

Früher Winterweizen Dekan ohne Auswinterungsschäden

WW Dekan, Anfang September 06 gedrillt - hat jetzt gut das Stadium 31 erreicht. Eine schnelle Nährstoffversorgung ist wichtig, damit die notwendige Triebanzahl erhalten bleibt. In diesem Stadium sollte er auch sofort seine Schossergabe von mindestens 80 kg/ha bei hohem Ertragsniveau erhalten!          
WW Dekan in schwarzer Senke mit Auswinterungsschäden

WW Dekan in schwarzer Senke mit Auswinterungsschäden

Dieser Dekan hat stark unter dem Winter gelitten und sich auf Teilen des Schlages teilweise schon extrem ausgedünnt. Auch hier muss sofort mit entsprechenden Düngergaben reagiert werden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Der Wachstumsreglereinsatz sollte bei geeigneten Temperaturen zunächst nur in gesunden Beständen erfolgen. Auf geschädigten Schlägen ist allenfalls zunächst einmal eine vorsichtige CCC-Gabe zum Bestandesausgleich u. zur Bestockungsförderung, soweit noch möglich, angeraten.

Achtung! Dort wo die Blattläuse in den Beständen überwintert haben, können im zeitigen Frühjahr Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich werden, um weitere Schäden abzuwenden! Erste Virusnester sind auch in unserer Region besonders in unbehandelten Wintergerstenbeständen sichtbar!

Die Mikronährstoffversorgung mit Mangan, Kupfer und Zink ist in diesem Jahr aufgrund der Witterungs- und Bestandessituation besonders wichtig!

Der Einsatz von Fungiziden wird bei geeigneter Witterung insbesondere gegen Halmgrunderkrankungen und beim WW gegen Septoria tritici und Mehltau notwendig werden.

Kommentare sind geschlossen