Physiologische Knospenwelke im Raps – dieses Jahr extrem

Physiologische Knospenwelke im Raps

Physiologische Knospenwelke im Raps

Meinen letzten Beitrag habe ich Anfang April geschrieben, als bei uns noch Schnee lag. Dann überschlug sich auf den Feldern alles, und ich bin nicht mehr zum Schreiben gekommen – weil nach diesem  letzten Winterintermezzo in kürzester Zeit der Sommer über uns hereinbrach. Für die Winterkulturen war dieser plötzliche Umschwung nicht vorteilhaft. Insbesondere der insgesamt schon schwache Raps hatte darunter zu leiden. Durch die Dauernässe von Juli letzten Jahres bis einschließlich März 2018 waren die meisten Felder zu nass bestellt worden, wodurch Pflanzenwachstum und Wurzelsystem stark beeinträchtigt wurden. Durch die plötzliche Wärme im April schossen die Pflanzen sehr schnell in die Höhe und hatten keine Zeit, ausreichend Nebentriebe und Verzweigungen zu bilden. Das schwache Wurzelsystem konnte den Nährstoffbedarf bei dem schnellen Wachstum nicht mehr decken. Dadurch gerieten die Rapspflanzen unter starken Stress. Das führt in Extremfällen dazu, dass er teilweise schon vor der Blüte seine Knospen abwarf und keine Schoten bildete. Dieses Phänomen nennt man physiologische Knospenwelke, und es tritt insbesondere auf vielen leichteren Standorten, auf denen der Raps durch schlechtere Wasser-und Nährstoffversorgung oft noch stärkeren Stress hat, dieses Jahr wieder verstärkt auf. Neu ist das Problem nicht. 2009 war es ebenfalls häufiger zu beobachten. In jenem Jahr hatten wir im Frühjahr witterungsmäßig ähnliche Bedingungen, aber die Rapsbestände waren insgesamt besser entwickelt. In meinem Beitrag „Raps ohne Schoten – was ist los?“ bin ich ausführlich darauf eingegangen.

Physiologische Knospenwelke im Raps

Physiologische Knospenwelke im Raps. Einige Bestände kommen gar nicht richtig zur Blüte.

Die Sommerkulturen sind inzwischen alle bestellt, bis auf einige Maisschläge. Allerdings waren die Bestellbedingungen oft noch sehr grenzwertig, aber die Zeit rannte davon. Daher sind die Bestände auch sehr unterschiedlich entwickelt. Auf den Lehmkuppen stehen die Pflanzen oft zu dünn und von der Bodenkruste eingemauert, während sie sich auf den milden Standorten gut etablieren konnten.

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