Läuse, Läuse, Läuse!

Inzwischen ist es ein bisschen kälter geworden und auch windiger. Aber bis einschließlich Wochenende hatten die Blattläuse im Raps, im Mais und auch im früh gesäten Wintergetreide die allerbesten Entwicklungsbedingungen.  Insbesondere im Raps habe ich noch nie so viele Blattläuse gesehen! Das Problematische an der Sache ist, dass der Befall im Raps in diesem Jahr extrem früh auftrat – schon im Keimblattstadium flogen die ersten Läuse zu und setzten dann gleich zur Massenvermehrung an! Es handelte sich dabei überwiegend um die grüne Pfirsichblattlaus und um die Maisblattlaus (siehe Fotos).

Die Grüne Pfirsichblattlaus besiedelt in diesem Jahr schon sehr zeitig und massiv die Winterrapsfelder.

Die Grüne Pfirsichblattlaus besiedelt in diesem Jahr schon sehr zeitig und massiv die Winterrapsfelder.

Die Maisblattlaus ist in diesem Jahr ebenfalls sehr häufig im Raps zu finden

Die Maisblattlaus ist in diesem Jahr ebenfalls sehr häufig im Raps zu finden.

Blattsymptome des Wasserrübenvergilbungsvirus -die rotgeränderten Blätter

Blattsymptome des Wasserrübenvergilbungsvirus -die rotgeränderten Blätter. Es trat auch schon in den Vorjahren in den Rapsbeständen auf, aber noch nie bestanden so frühe und starke Infektionsmöglichkeiten durch Blattläuse wie in diesem Jahr.

 

 

Die Grüne Pfirsichblattlaus gilt als Hauptüberträger des Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV)(siehe Foto), das bei frühem Befall durchaus zwischen 5 und 20 % Ertrag kosten kann. – Das Schlimme ist – Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es keine, zumindest keine, die erlaubt sind. Denn die Blattläuse sitzen an der Blattunterseite und werden dadurch von den Pyrethroiden nicht erfasst. Außerdem ist die Grüne Pfirsichblattlaus deutschlandweit bereits gegen Pyrethroide resistent. Eine insektizide Beizung, die den Raps im frühen Stadium gegen Befall mit Rapserdfloh, Kleiner Kohlfliege und auch Blattläusen schützt, ist seit 2014 ebenfalls verboten. So bleibt dem Landwirt nur, dem bunten Treiben hilflos zuzuschauen, und zu hoffen, dass die Natur es schon richten wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in den früh gesäten Getreidebeständen sind die Blattläuse bereits aktiv. Hier besteht die Gefahr der Übertragung des Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV), das nicht nur in der Wintergerste, sondern auch in den anderen Wintergetreidearten zu starken Schäden führen kann. Bereits im 1- bis 2-Blattstadium war bei früh gesäten Getreideschlägen zum Teil die Schadschwelle von 10 % befallenen Pflanzen überschritten. Im Getreide findet man zur Zeit vor allem die Große Getreidelaus und die Hafer- oder Traubenkirschenlaus, die beide noch gut mit Pyrethroiden zu bekämpfen sind (siehe Fotos).

Getreideblattläuse auf einem Weizenblatt

Getreideblattläuse auf einem Weizenblatt

Kolonien von Haferläusen im Mais.

Kolonien von Haferläusen im Mais. Vom Mais aus besiedeln sie das Wintergetreide. Hafer- oder Traubenkirschenläuse sind starke Virusüberträger.

 

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