Herbstbestellung und Trockenheit

So trocken war es bei der Rapsaussaat 2018!

So trocken war es bei der Rapsaussaat 2018!

 

Inzwischen haben wir Ende September. Der Raps ist gesät und dank einigen kleinen Regenschauern in den meisten Gebieten auch gut aufgelaufen. Es gibt allerdings Territorien, die von dem kostbaren Nass so wenig abbekommen haben, dass die Bestände dort jetzt sehr lückig sind. Aufgrund der frühen und mageren Ernte ist auch der größte Teil des Wintergetreides in diesem Jahr schon im Boden.  Bisher hat die Feuchtigkeit zumeist zum Auflaufen gereicht. Doch insgesamt ist es seit April bis zum heutigen Tage überdurchschnittlich warm und viel zu trocken. Diese extreme Witterung hat zu der schlechtesten Ernte seit 1992 geführt.

Siehe aktualisiertes Diagramm „Getreideerträge in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis 2018“:

Getreideerträge Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis 2018

Getreideerträge in Mecklenburg-Vorpommern von 1990 bis 2018 (2018 vorläufig)

 

Bund und Länder haben sich inzwischen über Dürrehilfen für die gebeutelten Landwirtschaftsbetriebe geeinigt. Hoffen wir, dass die Auszahlung zügig und ohne viele bürokratische Hindernisse erfolgt. … Und natürlich hoffen wir nach wie vor auf ein baldiges Ende der Trockenheit. Doch für die nächste Zeit ist kein Regen angesagt. Das bringt zunehmend Probleme mit sich: nicht nur für das Auflaufen der Saaten. Auch alle festen Dünger und Bodenherbizide können bei Trockenheit nicht wirken. Und wenn die Trockenheit länger anhalten sollte, werden  schwach bewurzelte Pflanzen das Wasser im Boden nicht mehr erreichen und vertrocknen. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt.

So ein extremes Jahr wie 2018 hat es in den letzten 500 Jahren übrigens nur noch einmal gegeben: Das war 1540. Die Wikipedia schreibt dazu: „Die Dürre in Mitteleuropa 1540 war eine Klimakatastrophe, bei der es in weiten Gebieten Europas elf Monate lang kaum geregnet hatte. Die Temperaturen sollen fünf bis sieben Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen haben. Die Dürre wird als die schlimmste des zweiten Jahrtausends beschrieben.“ Nun ja, ganz so schlimm wie 1540 hat es uns 2018 zum Glück noch nicht erwischt. Aber es hat uns eine Vorahnung von dem gegeben, was im Zuge des Klimawandels in den nächsten Jahren auf uns zukommen kann.

 

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