Gelbe Flecken in der Gerste

Heute mal wieder ein kurzer Blick auf die Felder:

Wie sieht’s aus?

Schön grün, frisch, alles wächst – insgesamt etwas ungewöhnlich für Ende Februar. Aber das ist der Klimawandel – und wir gewöhnen uns wahrscheinlich sehr schnell daran. Hat ja schließlich auch Vorteile für uns. Ich sehe da nur die Preise für Raps und Getreide…. So kann es doch weitergehen, oder?

Aber nun zur Situation auf dem Acker:

Im Raps sind auch bei uns im Norden die ersten Rüßler zugeflogen (im Beratungsgebiet allerdings nur vereinzelt ein paar Kohltriebrüßler, die noch keine Gefahr bedeuten). In den kommenden Tagen wird das ungemütliche Wetter wahrscheinlich noch stärkere Zuflüge verhindern. Ab Mitte nächster Woche soll es kühler werden mit Nachtfrost – das ist dann auch nicht das Wetter, bei dem die Käfer ausschwärmen – aber sobald es dann wärmer wird, heißt es aufpassen. Stellen Sie Gelbschalen auf, damit sie die Situation in Ihrem Betrieb einschätzen können!

In der Gerste fallen seit ein paar Tagen auf einigen wenigen Schlägen in Mecklenburg und Schleswig-Holstein leuchtend gelbe Flecken auf (siehe Fotos):

Gerstengelbmosaikvirus in der Wintergerste Auf allen Fotos handelt es sich um das Gerstengelbmosaikvirus der Wintergerste (Barley yellow mosaic virus – BaYMV) – nicht zu verwechseln mit dem Gerstengelbverzwergungsvirus, das vielen im letzten Jahr große Schwierigkeiten machte. Mehr zum Gelbmosaikvirus finden Sie hier!
Gerstengelbmosaikvirus in der Wintergerste Inzwischen gibt es allerdings neben dem ursprünglichen einen zweiten Stamm des Virus, der auch Sorten befällt, die gegen Typ 1 resistent waren. Die von mir beobachteten Fälle traten in den Sorten Lomerit und Naomi auf, zwei gegen Typ 1 resistenten Sorten.
Gerstengelbmosaikvirus in der Wintergerste Was kann man dagegen tun?
Da sich das Virus mit den Sporen eines Bodenpilzes mit der Bodenbearbeitung nach und nach über den ganzen Acker verbreitet, bleibt nur, in Zukunft dort entweder keine Gerste oder gegen beide Typen resistente Sorten anzubauen (z. B.Tokyo oder Kamoto).Wenn die Schläge jetzt Befall zeigen, aber immerhin ja durch den Winter gekommen sind, wird sich der Schaden in Grenzen halten. Vorausgesetzt, Sie fördern Ihre kranke Gerste so gut wie möglich:
Beispielsweise helfen eine Gabe mit Spurenelementen (Mn, Cu, Zn, auch Mg, S) zur Vitalisierung und eine frühe zusätzliche N-Gabe auf den befallenen Flächenteilen.
Gerstengelbmosaikvirus in der Wintergerste Die beiden unteren Fotos zeigen die Strichelsymptome des Virus auf den jüngsten Blättern.
Gerstengelbmosaikvirus in der Wintergerste  

2 Kommentare:

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