Erntekatastrophe 2018- jetzt vertrocknet auch der Mais!

Die Trockenheit, die den Norden Deutschlands bereits seit April beherrscht, kennt kein Erbarmen. Jetzt haben wir bereits August, und noch immer ist keine Änderung in Sicht. Fast ein halbes Jahr Dürre bei hochsommerlichen Temperaturen! Das hat es mit Sicherheit seit etlichen hundert Jahren nicht gegeben!

Der Artikel „So heiß und trocken war es von April bis Juli noch nie“ bei Spiegel-Online verdeutlicht dieses Wetterextrem.

 Die obenstehende Grafik des DWD veranschaulicht die Temperaturentwicklung der Monate April bis Juni in Deutschland seit 1881 anhand der Temperaturabweichungen vom langjährigen Mittel (1961 – 1990). Sie zeigt nicht nur die deutliche Tendenz zur Erwärmung seit Beginn der 90er Jahre, sondern vor allem auch die extrem hohe Temperaturabweichung dieses Jahres nach oben im Vergleich zu den vergangenen 136 Jahren! Dazu kommt eine verheerende und langanhaltende Trockenheit in bisher nicht gekanntem Ausmaß in vielen Gebieten Norddeutschlands.

Das alles in Verbindung mit der extremen und langandauernden Nässe von Juli 2017 bis Ende März 2018, die die Pflanzenentwicklung entscheidend hemmte, führte zu einer der schlechtesten Ernten, die wir je gehabt haben. Bereits in meinen vorhergehenden Beiträgen( http://agrarservice.de/picts24/ernte-2018-wird-eine-katastrophe/  und http://agrarservice.de/picts24/wetter-und-ertraege-in-mecklenburg-vorpommern-1/  ) habe ich darauf hingewiesen. Aber leider kam es in diesem Jahr noch viel extremer, als es ohnehin schon zu erwarten gewesen war.

In den meisten Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns war die Getreide- und Rapsernte so schlecht wie noch nie. Die Ertragseinbußen liegen zwischen 30 und 60 % im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Lediglich ein schmaler Streifen an der Ostseeküste von ca. 5 km, der durch das Ostseeklima und zusätzlich stärkere Niederschläge im Mai begünstigt war, hat kaum Ertragseinbußen zu verzeichnen. Ein kleiner Teil der Betriebe in MV hatte das Glück,  noch rechtzeitig im Mai den einen oder anderen größeren Regen- oder Gewitterschauer abzubekommen. In diesen Betrieben liegen die Ertragseinbußen dann auch „nur“ zwischen 20 und 30 %. Aber den überwiegenden Teil der Betriebe hat es in diesem Jahr sehr schwer getroffen.

Besonders hart ist dieses Katastrophenjahr für die Tierproduktionsbetriebe. Denn durch die Trockenheit ist auch kein Futter gewachsen. Und Versuche, jetzt durch Anbau von Zwischenfrüchten die Futtersituation zu entschärfen, scheitern an der immer noch andauernden Trockenheit. Die Saat kann nicht auflaufen, und das, was dennoch aufgelaufen ist, vertrocknet.

Selbst der Mais, der bis Mitte Juli noch durchgehalten hat, hat durch die Trockenheit kaum Kolben angesetzt und ist auf den leichteren Standorten mittlerweile vertrocknet, so dass er umgehend notgehäckselt werden muss.

Maisfeld am 19. Juli 2018
Maisfeld am 19. Juli 2018
asselbe Maisfeld am 4. August mit starken Trockenschäden 2018
Dasselbe Maisfeld am 4. August 2018 mit starken Trockenschäden 

Damit hat sich auch die letzte Winterfutterreserve erledigt. Die Silos bleiben dieses Jahr oft leer. Viele Betriebe wissen nicht, wie sie die Tiere über den Winter bringen sollen.

Von diesem Mais werden keine Kühe satt.
Von diesem Mais werden keine Kühe satt.

Aber die Sorgen gehen weiter. Noch ist kein Wetterumschwung in Sicht. Wenn der August ebenso trocken bleibt wie die Vormonate, kann auch kein Raps gesät werden, weil er bei dieser Trockenheit nicht aufläuft. Die Äcker werden jetzt saatfertig gemacht und die Landwirte stehen Gewehr bei Fuß und warten auf den ersehnten Regen. Denn jetzt geht es schon wieder um die kommende Ernte. Denn noch so eine Katastrophe wie dieses Jahr werden wohl die wenigsten Betriebe verkraften können.

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