Diese Ernte wird eine Katastrophe

Trockenschäden auf leichtem Standort bereits am 25. 05. 2018! Seitdem hat es nicht mehr geregnet. Inzwischen sieht alles noch viel schlimmer aus.

Trockenschäden auf leichtem Standort bereits am 25. 05. 2018! Seitdem hat es nicht mehr geregnet. Inzwischen sieht alles noch viel schlimmer aus.

Die Ernte 2018 wird eine Katastrophe! Das zeichnet sich für viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt sehr deutlich ab. Und das betrifft nicht nur die leichten Böden, sondern im größten Teil des Landes zunehmend auch die besseren Standorte. Denn in den meisten Regionen des Landes ist im April und Mai kaum Regen gefallen. Nur einige wenige Gebiete wurden am Abend des 10. Mai zum letzten Mal mit bedeutenden Regenmengen von mehr als 20 mm beglückt. Aber auch hier beginnt jetzt der Trockenstress.
Im überwiegenden Teil Mecklenburg-Vorpommerns herrscht jedoch schon akuter Wassermangel, der bereits jetzt zu  Ertragseinbußen in bisher nicht gekanntem Ausmaß führt. So eine lange Hitzeperiode mit derart hohen Temperaturen hat es im April und Mai bis in den Juni hinein in MV in den letzten 120 Jahren noch nicht gegeben, vielleicht sogar noch nie. Aber von der Zeit davor gibt es leider  keine aussagefähigen Daten. Der Mai 2018 war z.B. in Schwerin mit einer Durchschnittstemperatur von 16,7 °C  mit großem Abstand der wärmste Mai seit 1890! Solche Temperaturen erreichte bisher höchstens der Juni! Hier mal die Top Ten der wärmsten Mai-Monate seit 1890 (Daten DWD):

Aber auch der April 2018 ließ sich nicht lumpen und erreichte auf der Hitliste der wärmsten April-Monate seit 1890 immerhin Platz 3 (Daten DWD):

….Und der Juni macht fleißig so weiter. Das ist schon sehr extrem und ungewöhnlich. Aber die Wetterextreme werden ganz offensichtlich immer stärker, und die Landwirtschaft muss auch hier Mittel und Wege finden, um sich daran anzupassen.

Mittlerweile liegt auch die Bodenfeuchte in den oberen Bodenschichten bis 25 cm bei Null (siehe Grafik, Quelle DWD). Wenn es nicht bald regnet, können sich nur noch tiefwurzelnde Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgen. Für alle anderen ist es dann zu spät.

Aber diese extreme niederschlagsarme Wärmeperiode ist nicht die einzige Ursache für die kritische Situation auf den Feldern im Norden, denn diesem Extrem ging bereits ein anderes Extrem voraus:
Eine sehr lange Nässeperiode von Juli 2017 bis März 2018. Während dieser Zeit, also fast ein Dreivierteljahr, waren die Böden fast immer zu nass. So musste die Herbstbestellung schon unter sehr grenzwertigen Bedingungen  durchgeführt werden. Viele Flächen konnten gar nicht bestellt werden. Hier musste dann im April, ebenfalls noch unter grenzwertigen Bodenfeuchtebedingungen und schon sehr spät, Sommergetreide bestellt werden. Doch dann kam die Trockenheit und das Sommergetreide schoßte und blieb sehr dünn und extrem kurz. Aufgrund der Dauernässe vom Herbst bis zum Frühjahr bildeten Getreide und Raps nur ein sehr schwaches Wurzelsystem aus. Dadurch haben sie bei der jetzigen Wärme und Trockenheit natürlich doppelt zu leiden. Mais und Zuckerrüben kommen bisher mit dem extremen Wetter noch am besten klar.

Ein Überblick:

Die Wintergerste ist bald reif.

Die Wintergerste ist bald reif.

Die Wintergerste hat dieses Jahr fast überstanden. Sie reift jetzt sehr schnell, auf den besseren Böden meist auch noch ohne stärkere Trockenschäden. Auf leichten Standorten wird sie nur noch notreif. Wahrscheinlich wird die Gerstenernte in diesem Jahr so früh wie noch nie in MV beginnen.

Winterweizen 2018 - kurz vorm Vertrocknen.

Winterweizen 2018 – kurz vorm Vertrocknen.

Beim Winterweizen sieht es da schon schlechter aus. Weizen, der im Herbst später und nass bestellt wurde, leidet aufgrund des schwachen Wurzelsystems sehr unter dem Trockenstress. Er bleibt sehr kurz und sehr dünn. Auch auf den Lehmkuppen vertrocknet der Weizen schon, weil ihm das Wasser fehlt.

Und das soll Sommerweizen sein.

Und das soll Sommerweizen sein.

Sommergerste 2018 - dünne Bestände durch die Trockenheit

Sommergerste 2018 – dünne Bestände durch die Trockenheit

Hafer 2018 - Hier ist kaum noch Ertrag zu erwarten.

Hafer 2018 – Hier ist kaum noch Ertrag zu erwarten.

Auch die Ackerbohnen lassen schon die Blätter hängen.

Auch die Ackerbohnen lassen schon die Blätter hängen.

Die Sommerkulturen sind von allen am stärksten betroffen. Sommerweizen, Sommergerste, Hafer, Ackerbohnen – extrem kurze, dünne, spärliche Bestände und aufgrund der schwachen Wurzeln oft kurz vorm Vertrocknen. Solche katastrophalen Bestände wie in diesem Jahr hat man auf den Feldern in Norddeutschland wohl bisher noch nicht gesehen.

 

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