Ernte 2011 – Im Kampf gegen den Regen

Die Rapsernte 2011 beginnt.
Die Rapsernte 2011 beginnt.

Die erste Augustwoche ist um, und inzwischen konnten die Wintergerste und der größte Teil des Rapses unter vielen Mühen von den Feldern geborgen werden. Nach einem verregneten Juli mit mehr als 140 mm Niederschlag (im Raum Rostock sogar mit noch nie da gewesenen 350 mm Regen im Juli!!! – das ist mehr als die halbe Jahresmenge!!!) erwartet uns jetzt ein ebenso unbeständiger August. In dieser Woche geht auf den Feldern erstmal gar nichts. Im Osten Mecklenburgs sind sie nach diesen heftigen Niederschlägen noch nicht einmal befahrbar.

Die Wintergerstenerträge lagen in unserer Region 30-40 % unter dem Schnitt der Vorjahre. Beim Raps dürften es ca. 20-40 % weniger als in den  Vorjahren sein. Weizen konnte erst wenig gedroschen werden. Die ersten Ergebnisse zeigten jedoch einen schwächeren Ertragsabfall als bei Gerste und Raps. Aber da durch die Trockenheit im Frühjahr und Vorsommer viele Bestände sehr ausgedünnt waren, lagen die Erträge auch hier ca. zehn dt unter den Vorjahresergebnissen, also bei ca. 75 bis knapp über 80 dt/ha. Früh gedrillte Weizenschläge mit normaler Bestandesdichte brachten dagegen über 90 dt/ha. Qualitäten und Hektolitergewichte waren bisher noch in Ordnung. Allerdings war die Fallzahl bei Sorten wie Akteur oder JB Asano bereits an der Untergrenze.  Nach den Niederschlägen dieser Woche wird es wohl etliche Partien geben, die dann nur noch Futterqualität aufweisen. Allerdings waren einige Sorten wie Potenzial oder Ritmo auch noch gar nicht reif. Da mit Potenzial, Dekan oder Discus in großem Umfang auch sehr fallzahlstabile Sorten im Anbau stehen, hoffen wir nach erneutem Druschbeginn in der kommenden Woche zumindest bei diesen Sorten weiterhin auf gute Qualitäten.

Durch den Börsencrash befinden sich leider auch die Preise für Agrarrohstoffe im Sinkflug. Das erschwert die ohnehin schon sehr schwierige Situation in der Landwirtschaft noch mehr.  Ob sich die Situation in den nächsten Wochen bessert, bleibt fraglich.

Gibt es auch was positives zu berichten? – Ja, natürlich. Rüben und Mais wachsen in diesem Jahr im Gegensatz zu Raps und Getreide ganz hervorragend – immerhin etwas!

Insgesamt gesehen war das Anbaujahr 2010/2011 jedoch eine Aneinanderreihung von ungünstigen Wachstums- und Witterungsbedingungen  für die Landwirtschaft- von der Aussaat bis zur Ernte! – mit sehr negativen Auswirkungen für unsere Hauptkulturen. Und selbst die Kartoffeln leiden aufgrund des nassen Sommers verstärkt unter Nassfäule. In früheren Zeiten hätte so ein Jahr wie dieses eine Hungerkatastrophe für die Bevölkerung bedeutet! Daher ist es schon bemerkenswert, dass  heute weniger als 2 % der Bevölkerung in Deutschland es selbst in so einem extremen Jahr noch schaffen, die restlichen 98 % mit zu ernähren.

Mehr Fotos zur Ernte 2011 finden Sie hier!

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