Die Kohlschotenrüssler kommen

Fast sah es so aus, als ob uns die kleinen, grauen Rüsselkäfer in diesem Jahr verschonen würden. Der Zuflug in den blühenden Raps war bisher sehr verhalten. Daher wurden auf den meisten Rapsflächen in diesem Jahr keine Insektizide eingesetzt. Da die Temperaturen in den letzten Tagen wieder deutlich gestiegen sind, sind nun doch verstärkt Kohlschotenrüssler in die Bestände eingeflogen. Die Anwendung von Biscaya direkt in der Blüte wurde kurz vor Blühbeginn des Rapses verboten, weil man Rückstände der Neonikotinoide im Honig befürchtet, so dass die Landwirte im Norden nun ohnehin keine wirksame Möglichkeit mehr haben, den Kohlschotenrüssler zu bekämpfen. Denn in Mecklenburg und Schleswig-Holstein ist er gegen alle anderen zugelassenen Insektizide weitgehend resistent. Dasselbe gilt auch für den Rapserdfloh. So wird auch in diesem Herbst nach dem Verbot der Elado-Beize vor zwei Jahren höchstwahrscheinlich  keine neue Beize zur Verfügung stehen. Der Rapsanbau wird damit für die Landwirte im Norden immer mehr zu einem unkalkulierbaren Risiko. So kann es unter diesen Bedingungen niemanden wundern, wenn die wunderschönen goldgelben Felder so langsam immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

 

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