Die Folgen des Kahlfrostes

Der Schnee, der für ein paar Tage die Felder bedeckte, ist geschmolzen. Das Bild, das sich nun auf den Äckern bietet, versetzt so manchem Landwirt doch einen gehörigen Schrecken. Während der Raps nach wie vor frisch und grün aussieht, als wäre nichts geschehen, haben einige Weizenschläge und vereinzelt auch die eine oder andere Wintergerste nun eine gelbbraune Färbung angenommen (siehe Foto unten):

Winterweizen Dekan nach Raps am 27. Januar 2016 mit abgefrorenen Blättern

Was ist geschehen? Vor den Kahlfrösten vom 2. bis 7. Januar waren die Pflanzen aufgrund der milden Witterung immer noch im Wachstum begriffen und standen voll im Saft. Die Fröste ließen das Wasser in den Blattzellen gefrieren und zerstörten diese. Die Zerstörungen wurden erst jetzt nach der Schneeschmelze sehr deutlich sichtbar. Ich habe mir in den letzten beiden Tagen zahlreiche Schläge in Nordwestmecklenburg angesehen und kann sagen, dass die Schäden meistens schlimmer aussehen als sie sind. Wirkliche Pflanzenverluste gibt es nur auf einigen Kuppen, wo zusätzlich der starke Ostwind die Pflanzen ausgetrocknet hat und in sehr feuchten Lagen und Senken, wo Staunässe die Auswinterung gefördert hat. Ansonsten dürfte es sich zumindest hier in Westmecklenburg weitestgehend um Blattverluste handeln, die sich ohne Ertragseinbußen wieder regenerieren - vorausgesetzt natürlich, dass kein weiterer Kahlfrost die Bestände dezimiert. Die stärksten Blattschäden treten bei Septembersaaten nach Raps auf. Hier sind frühe Saaten der wenig winterharten Sorten Dekan, Potenzial und Meister am stärksten betroffen. Auch die Sorte Discus bietet oft keinen schönen Anblick (siehe Foto unten):    

Winterweizen Discus, Aussaat am 18. 09. 15 mit Blattschäden durch Kahlfrost am 28. 01. 16

                          Doch wenn man die geschädigten Blätter entfernt, sind die meisten Triebe noch gesund und vital.
WW Sorte Discus - WW Sorte Discus - Triebe sind überwiegend gesund und vital.

WW Sorte Discus - Triebe sind überwiegend gesund und vital.

                Das ist bei anderen Sorten zwar nicht so ausgeprägt zu sehen, aber in der Regel sind hier im Gebiet noch überall genügend gesunde Triebe vorhanden, um den vollen Ertrag zu ermöglichen. Weiter im Osten, wo die Temperaturen am Erdboden deutlich tiefer lagen, kann es natürlich anders aussehen. Zum Schluß noch 2 Fotos:

WW-Sortenversuch Bülow am 27. 01. 16: Die unterschiedliche Reaktion der einzelnen Winterweizensorten auf den Frost ist gut zu erkennen.

WW Sorte Potenzial: links früh nach Raps, rechts spät nach Rüben

   

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