Der Raps hat viele Feinde

Die meisten Winterrapsbestände sind gut entwickelt in den Winter gegangen. Aufgrund des kühlen Oktobers gibt es auch kaum überwachsene Rapsschläge. Rapserdfloh und Kleine Kohlfliege waren insgesamt etwas schwächer als in den beiden Vorjahren, aber gebietsweise gab es auch Starkbefall. Kohlherniebefall war schon sehr zeitig zu erkennen, und trotz des zunehmenden Anbaus resistenter Sorten steigt die Befallsfläche von Jahr zu Jahr. Als neues Problem zeigte sich in diesem Jahr jedoch ein überaus starkes Blattlausauftreten im Herbst. Vereinzelt mussten Rapsschläge sogar umgebrochen werden, weil die Saugschäden durch die Läuse den Raps zu stark geschädigt hatten. Der starke Blattlausbefall in diesem Herbst, insbesondere mit der GrünenPfirsichblattlaus, führte außerdem zu einem frühen und starken Auftreten des Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) im Raps. Näheres dazu finden Sie im Beitrag "Läuse, Läuse, Läuse!". Eine Untersuchung von Rapsproben in MV mit Elisatest zeigte, dass bereits Ende September/ Anfang Oktober ca. 95 % der Proben mit dem Wasserrübenvergilbungsvirus befallen waren. Dieses Virus ist schon seit mehreren Jahren auf unseren Rapsschlägen zu finden, aber noch nie so früh und so stark wie in diesem Jahr. Bisher hatte es kaum Auswirkungen auf den Rapsertrag, aber bei so frühzeitigem Starkbefall können Mindererträge zwischen 5 und 20 % nicht ausgeschlossen werden. Allerdings gibt es bisher nur sehr wenige Untersuchungen dazu. Eine Bekämpfung der Virus übertragenden Blattläuse erweist sich als extrem schwierig. Da die Beizung verboten wurde, die zumindest den Anfangsläusebefall weiter nach hinten hinausgeschoben hätte, und keine Insektizide gegen Blattläuse im Raps zugelassen sind, muss die Landwirtschaft mit dem Virus leben und hoffen, dass die Ertragsverluste sich in Grenzen halten. - Im Folgenden nochmal eine Übersicht der wichtigsten Schaderreger im Raps im Herbst:  
Die ersten Rapserdflöhe sind ebenfalls schon da.

Der Rapserdfloh trat dieses Jahr etwas schwächer auf als in den Vorjahren.

Die ersten Rapserdflöhe sind ebenfalls schon da.

Die Larven der Kleinen Kohlfliege sind häufig an den Rapswurzeln zu finden, erreichten aber auch nicht ganz das Schadausmaß der beiden Vorjahre.

     
Larven der Kohlmotte/Kohlschabe auf Rapsblatt

Die Larven der Kohlmotte spielten in diesem Herbst nur örtlich eine größere Rolle.

       
Die ersten Rapserdflöhe sind ebenfalls schon da.

Kohlhernie breitet sich aufgrund der engen Rapsfruchtfolgen immer stärker aus. Es gibt wahrscheinlich nur noch wenige Betriebe in MV und SH, die keine Probleme mit Kohlhernie haben.

Die ersten Rapserdflöhe sind ebenfalls schon da.

Blattläuse im Raps - hier die Grüne Pfirsichblattlaus - in diesem Jahr ein ernstes Problem!

Die ersten Rapserdflöhe sind ebenfalls schon da.

Symptome des Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) waren im Raps diesen Herbst schon sehr zeitig und zu finden.

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