Der erste Regen im November!

Endlich  mal wieder 5 mm Regen am Stück! Es ist nicht viel, aber der Mensch freut sich. Denn immerhin ist es schon über 2 Monate her, dass wir mal 5 mm Regen in einem Guß bekommen haben. In der Zwischenzeit mussten sich die Pflanzen überwiegend vom Tau und ein paar Nieseltröpfchen ernähren. Da grenzt es schon fast an ein Wunder, dass die meisten Feldbestände trotz dieser Trockenheit noch relativ gut aufgelaufen sind.
Aber zurück zum Wetter. Das Jahr 2018 ist nicht nur das Wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, sondern bekommt jetzt auch noch die Chance, eins der trockensten zu werden. Laut DWD sind am Standort Schwerin von Januar bis Ende Oktober ganze 345 mm Niederschlag gefallen. Im November waren es bis heute morgen 1,6 mm. Das bisher trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Schwerin war 1892 mit 396 mm Niederschlag. Davon sind wir mit heute noch 45 mm entfernt. Also wenn es in den letzten Novembertagen und im Dezember keine massiven Regenfluten oder Schneefälle gibt, könnte es klappen ;-). Der langjährige Durchschnitt von 1890 bis 2010  für Schwerin liegt übrigens bei 620 mm.
Apropos Schnee: Die meisten Wettermodelle sagen einen milden Winter voraus. Was natürlich nicht heißt, dass nicht zwischendurch auch mal ganz plötzlich ein dreitägiger Kälteeinbruch mit – 15 °C und Kahlfrost kommen kann. Was bei nicht abgehärteten Pflanzen umso fataler wäre. Aber in der Tendenz mild bis sehr mild – ich bin gespannt, ob die Wetterfrösche damit richtig liegen ….

Trotz dieser ungewöhnlichen Trockenheit sind die Wintersaaten überwiegend gut aufgelaufen. Probleme mit dem Auflaufen gab es in diesem Herbst besonders nach Pflugsaat, weil durch das Pflügen der knochentrockene Boden aus größerer Tiefe nach oben geholt wurde, so dass das letzte bißchen Feuchtigkeit verloren ging. Auch war der hochgepflügte Boden besonders auf lehmigen Standorten oft nicht fein zu kriegen. Die Entwicklung der Rapsbestände liegt überwiegend im Normalbereich. Es gibt wenig schwache und aufgrund des Wassermangels auch kaum überwachsene Schläge. Der Kohlfliegenbefall hielt sich überwiegend in Grenzen. Es gibt allerdings örtlich auch stärker befallene Schläge. Mit Lumiposa gebeizte Schläge zeigten in diesem Herbst deutlich weniger Befall mit Larven der Kleinen Kohlfliege. Rapserdflöhe traten verbreitet auf und sind bei dem milden Wetter in schwächerem Umfang immer noch aktiv. Auch Blattläuse waren im Raps in diesem Herbst wieder sehr häufig.

Auch in den früher gedrillten Getreidebeständen waren Blattläuse in diesem Herbst wieder häufiger zu finden. Hier mussten in vielen Fällen Insektizidmaßnahmen erfolgen.

Darüberhinaus bereitet noch ein weiterer Schädling auf den Feldern zunehmend Ärger: das Wildschwein. So viele Schäden durch Wildschweine wie in diesem Herbst hatten wir noch nie zu verzeichnen. Teilweise graben sie ganze Äcker um. Die Jäger werden nicht mehr Herr der Lage. Das ist umso unerfreulicher, weil gerade in diesem Jahr nach der schlechten Ernte und der Trockenheit jeder Landwirt froh ist, wenn er seinen Acker wieder vernünftig bestellen konnte.

Wildschweinschäden im Weizen

Wildschweinschäden im Weizen

 

 

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