Alternativen zu Wintergetreide und Raps

Nass, nasser am nassesten - das ist der Acker im Herbst 2017!

Nass, nasser am nassesten – das ist der Acker im Herbst 2017!

Der nasse Herbst 2017 hat dazu geführt, dass in Westmecklenburg sowie in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf vielen Flächen die geplanten Wintersaaten nicht mehr ausgesät werden konnten. Das betrifft sowohl Winterraps, Wintergerste als auch Winterweizen. Da die schwereren Standorte inzwischen so durchnässt sind, dass sie im Herbst nicht mehr abtrocknen werden, müssen nun Alternativen für die Frühjahrsaussaat gefunden werden.

  1. Auf den Flächen, auf denen kein Winterweizen mehr gesät werden kann, ist es naheliegend, auf Sommerweizen umzustellen. Bei rechtzeitiger Aussaat im März unter normalen Bestellbedingungen kann der Sommerweizen auf mittleren und schweren Standorten durchaus 80 dt/ha Ertrag bringen. Außerdem haben die Sommerweizensorten in der Regel A- oder E-Qualität, und man spart durch die Aussaat im Frühjahr eine Fungizidbehandlung gegen Fußkrankheiten und frühe Blattkrankheiten ein.
  2. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es seit 2015 das Förderprogramm „Vielfältige Kulturen “ im Ackerbau. Es beinhaltet folgendes: Für den Zeitraum von 6 Jahren baut man mindestens 5 Fruchtarten jeweils zwischen  10 und 30 % Anteil an der Ackerfläche an, darunter mindestens 10 % Leguminosen. Beim Anbau von großkörnigen Leguminosen wie z.B. Ackerbohnen oder Futtererbsen erhält man dann eine zusätzliche Prämie von bis zu 85 €/ ha Ackerfläche. – Nähere Informationen dazu gibt`s beim STALU.
    Für viele Betriebe könnte dies 2018 eine lohnenswerte Alternative sein, wenn sie im Frühjahr auf einem Teil  der  nicht bestellten Wintergetreidefläche Leguminosen anbauen können. Auch für die Jahre danach rechnet sich dieses Förderprogramm für viele durchaus, betrachtet man nur die abnehmende Wirtschaftlichkeit vom Winterraps. Auch die Fruchtfolge und die N-Bilanz werden günstig beeinflusst.
  3. Eine weitere Möglichkeit wäre der Anbau von Hafer. Hafer wird von jeher als Gesundungsfrucht bezeichnet und weist außerdem eine sehr hohe N-Effizienz auf. Insbesondere auf den mittleren und schwereren Böden kann er bei rechtzeitiger Aussaat hohe Erträge bei guter Qualität (insbesondere HL-Gewicht wichtig) erreichen. Bei Schälmühlenqualität mit entsprechender Bezahlung ist der Haferanbau sehr rentabel. Kann Hafer dagegen nur als Futterhafer vermarktet werden, sinkt die Rentabilität erheblich

Soweit ein paar Gedanken und Alternativen für weiterhin schlechtes Wetter. Natürlich wünschen wir uns alle, dass ab Freitag der Goldene Oktober über uns hereinbricht und mindestens 3 Wochen anhält. Dann wäre natürlich viel gewonnen, und die Wintersaaten wären größtenteils in der Erde. Nun denn, hoffen wir das Beste 🙂 !

 

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