Ackerfuchsschwanz

In letzter Zeit sieht man es hier und da auf Getreidefeldern wieder rötlich schimmern. Und das geschulte Auge erkennt den Feind von weitem: den Ackerfuchsschwanz, der sich insbesondere auf den besseren Standorten immer stärker verbreitet.

Starker Ackerfuchsschwanzbesatz im Winterweizen

Ackerfuchsschwanz im Winterweizen

Auf diesen Standorten ist der Ackerfuchsschwanz aufgrund seiner hohen Anpassungsfähigkeit und damit schnellen Resistenzbildung gegenüber Herbiziden das größte Problemungras. Im Beratungsgebiet gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Betrieben, in denen der Ackerfuchsschwanz außer mit Atlantis im Weizen und Kerb (Propyzamid) im Raps kaum noch bekämpfbar ist.  Und die Resistenzbildung erfolgt in immer kürzeren Zeiträumen. Während es noch gut 20 Jahre gedauert hat, bis der Ackerfuchsschwanz gegen IPU resistent wurde, waren es bei Lexus und anderen ALS-Hemmern, wie z.B. Axial, weniger als 10 Jahre. Es ist bei unseren engen Fruchtfolgen nur eine Frage von wenigen Jahren, dass der Ackerfuchsschwanz auch gegen Atlantis und Broadway, die ebenfalls zu den ALS-Hemmern gehören, Resistenzen aufbaut. Und unter den zunehmend komplizierteren und langwierigeren Zulassungsbedingungen ist ein Atlantis-Nachfolger noch lange nicht in Sicht. Ist die Atlantis-Resistenz erst eingetreten, wird ein geregelter Ackerbau, wie wir ihn kennen, nicht mehr möglich sein. In englischen Weizenbaugebieten um London herum ist das auf etlichen Flächen bereits seit einigen Jahren der Fall. Auch in Deutschland gibt es schon einige Fälle von Atlantis-Resistenz beim Ackerfuchsschwanz. Dann geht es nur noch mit Einbau von Brache in die Fruchtfolge, während der Der aufgelaufene Ackerfuchsschwanz mit Glyphosat bekämpft wird. - Aber was ist, wenn Glyphosat auch verboten wird????? -

Ackerfuchsschwanzähre während der Blüte

Ackerfuchsschwanzähre während der Blüte

 

Nicht umsonst heißt es hier im Norden in Anlehnung an eine amerikanische Horrorkomödie: "Nur ein toter Ackerfuchsschwanz ist ein guter Ackerfuchsschwanz!". - Also ist es auf Ackerfuchsschwanzstandorten dringendst geboten, alle Möglichkeiten von ackerbaulichen und phytosanitären Möglichkeiten auszuschöpfen, um diesem gefährlichen Ungras beizeiten den Garaus zu machen. Das bedeutet insbesondere:

  • Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in der Fruchtfolge mit Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkmechanismen
  • Wirkung der Bodenherbizide optimieren (rechtzeitige Anwendung, optimales Saatbett)
  • keine Frühsaaten bei Winterweizen!
  • alle ackerbaulichen Möglichkeiten im Herbst zur Bekämpfung nutzen (z.B. zeitige Pflugfurche - dann Ackerfuchsschwanz auflaufen lassen und mechanisch oder mit Glyphosat bkämpfen)
  • konkurrenzstarke Kulturen anbauen (optimale Bestandesführung für starke Konkurrenzkraft der Kulturen gegen Ackerfuchsschwanz)

Und ganz wichtig! - Solche Fehler wie im Foto unten dürfen einfach nicht passieren! Hier wurde die Ackerfuchsschwanzsituation auf der Weizenfläche völlig unterschätzt und nur eine Randbehandlung mit Atlantis durchgeführt.  Ergebnis: Das Vorgewende ist dieses Jahr fuchsschwanzfrei. Aber auf der gesamten Ackerfläche kann  der Ackerfuchsschwanz aussamen und sich fleißig weiter vermehren. Damit hat man sich für die Zukunft einen Bärendienst erwiesen.

Ackerfuchsschwanz im Winterweizen - Randbehandlung nicht ausreichend!

Ackerfuchsschwanz im Winterweizen - sich nur auf eine Randbehandlung mit Atlantis zu beschränken war keine gute Idee!

Mehr Fotos zum Ackerfuchsschwanz finden Sie hier: Landfotos.de/Unkraeuter-und-Ungraeser/Ackerfuchsschwanz/index.html

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